RAŚ – ernste Gefahr für Polen

In der zweiten Hälfte des 19. Jh. erfolgte ein großes Aufleben polnischer Vereine in Oberschlesien. Die Deutschen haben beschlossen, diesem entgegenzuwirken. In den Jahren 1872- 1875 wurde die Zeitschrift „Schlesien – Ślązak“ herausgebracht. Innerhalb national unbewusster Schlesier wurde die „wissenschaftlich untermauerte“ Theorie von „Wasserpolen“ verbreitet.

1870 entstand die Deutsche Zentrumspartei, welche als Vertreter und Sprachrohr der Interessen deutscher Katholiken angesehen wurde. Anfangs wurde sogar an die Gründung eines neuen Bundeslandes gedacht.

„Schlesische Autonomisten sind Anhänger der Bewegung, die von deutschen Kreisen der Junkers-Wirtschaft inspiriert wurden und die Neutralisierung Oberschlesiens anstreben, mit dem Ziel die Stellung des Deutschtums in Politik, Wirtschaft und Kultur zu stärken.“ – so die Enzyklopädie der Schlesischen Aufstände.

Ende des 19. Jh. entwickelte sich in Deutschland die kommunizierende Bewegung des Sozialismus. Umso mehr wurde auf die Autonomie gedrängte, da auf den Konservatismus der Schlesier gesetzt wurde. Nach den Niederlagen der Mittelmächte, war die Partei Zentrum die Befürworterin der schlesischen Autonomie innerhalb Preußens. Sie nutzte die Ankündigung der berliner Regierung vom 13.11.1918, die die Laizisierung des Staates und des Schulwesens zum Ziel hatte. Auf dem Treffen in Kędzierzyn am 9.12.1918 verkündete die Zentrumspartei die Forderung, einen eigenständigen schlesischen Staat zu gründen. Das Motto der deutschen Zentrumspartei war „Oberschlesien für Oberschlesier“.

Schon Mitte Dezember 1918 zeichneten sich zwei Fraktionen ab. Die erste war mit Hans Lukaschek verbunden und vom Zentrum unterstützt. Sie propagierte die schlesische Autonomie innerhalb des Reiches. Die zweite Fraktion wollte einen selbständigen Staat gründen. Später gründete diese Fraktion den Bund der Oberschlesier. Sowohl die erste als auch die zweite Gruppe der Autonomisten führte eine energische propagandistische Kampagne mit der Absicht die polnische nationalgeprägte Befreiungsbewegung zu neutralisieren. Dazu wurden Slogans über die Gleichberechtigung der Sprache und Berechtigung der Existenz eines Schlesischen Volkes missbraucht. Im Jahr 1920 hörte das Zentrum auf, die Autonomie zu fördern und unterstützte den Bund der Oberschlesier, da sich dieser den Forderungen polnischer Vereinigungen entgegengestellt hat. In Volksabstimmungen rief er dazu auf, für Deutschland abzustimmen, was der polnischen Seite sehr geschadet hat. Dadurch wurden ca. 25 % der Stimmen national unbewusster Schlesier abgefangen.

Es existierten auch kleinere Organisationen schlesischer Autonomisten: Der polnische Bund der oberschlesischen Autonomisten (Polski Związek Górnoślązaków Autonomistów, 1920), die Oberschlesische Einheit (Jedność Górnośląska) , Verfasser- und Verlegergruppen der „Oberschlesischen Stimme“ („Głos Górnośląski”(1920-21)) und des „Volkswille“ („Wolę Ludu”) (Teofil Kupka). Diese Organisationen waren verknüpft mit Carl Spiecker, dem Chef des Nachrichtendienstes des deutschen Außenministeriums.

Teofil Kupka wurde als Agent von polnischen Schlägertrupps getötet. Kupka gehörte zu den engsten Mitarbeitern Wojciech Korfantys. Da Kupka im polnischen Plebiszitkommissariat arbeitete, kannte er nahezu alle Geheimnisse polnischer Propagandaaktionen.

Alojzy Pronobis ging sogar so weit, dass er die Autonomie in Flüchtlingslagern nach den Aufständen propagiert hat. Es sind drei Aufstände ausgebrachen, damit Schlesier nach Jahrhunderten tschechischer Herrschaft und seit 1742 in deutscher Gefangenschaft wieder ein Teil Polens werden konnten.

Schlesien war innerhalb Polens in der Zeit zwischen den Weltkriegen („Polska miedzywojenna“ -„Zwischenkriegspolen“) eine autonome Wojewodschaft mit einem eigenen Parlament. Nationaldemokratische (ND) Kreise mit Korfanty an der Spitze waren in der Lage, die polnische Regierung davon zu überzeugen, die Autonomie anzuerkennen. Auf der deutschen Seite des Plebiszits sollte auch eine Autonomie eingeführt werden, jedoch wurde ein Referendum durchgeführt und eine Autonomie kam nicht zustande. Polen, die nach dem 3. Aufstand auf dem Territorium waren, welches im Deutschen Reich lag, waren von Repressionen betroffen. Einige Familien mussten nach Polen flüchten.

Die Wojewodschaft Schlesien hat sich in den Grenzen des polnischen Staates hervorragend entwickelt. Sie besaß und verwaltete ihr eigenen Finanzen. Sogar die Chemiewirtschaft konnte sich dank Mościcki entwickeln. Riesige Stahlbestellungen für den Umbau von Gleisen (im russischen Teilungsgebiet existierten breitere Gleise), für den Bau von Schiffswerften und auch für den sich schlagartig entwickelnden Maschinensektor trugen zum wachsenden Reichtum der Region bei. Bis heute erinnern sich die Alten, wie gut es im alten Polen war. Diese Faktoren sind ein Nährboden für die heutigen Autonomisten, denn damals gab es eine Autonomie und es lief gut.
Dabei wird jedoch vergessen, dass sich die Wirtschaft in den damaligen 18 Friedensjahren zwischen den Weltkriegen im gesamten Polen entwickelte. Hinzu kommt, dass sich die polnische Bevölkerung zu Hause gefühlt hat. Aufständische bekam Arbeit in Ämtern, der Polizei und dem Grenzschutzkorps. Die schlesische Jugend wurde geschult, um die Positionen der herbeigeholten Beamten aus den Wojewodschaften Großpolen und Kleinpolen zu besetzen. Die Veteranen der Aufstände wurden geehrt.

Es folgte der Weltkrieg. Die junge schlesische Intelligenz starb massenweise in deutschen Konzentrationslagern und auch in Katyn. Die schlesische Polizei befand sich auf deutschen Ächtungslisten, weshalb sie den Befehl erhielt, sich ostwärts nach Ternopil (Tarnopol) zurückzuziehen. So kam es, dass Schlesier nach Ostaschkow gebracht wurden (Gefangenenlager – spätere Hinrichtung der Gefangenen durch das NKWD). Beamte und Offiziere kamen in die Lager in Koselsk (Gefangenenlager-spätere Überführung und Hinrichtung im Massaker von Katyn) und Starobilsk (Gefangenlager – spätere Hinrichtung der Gefangenen durch das NKWD in Charkow). Vielen gelang die Flucht nach Westen.

Die 304. Division, die in der Schlacht um England gekämpft hat, war eine schlesische Division. Die eigentliche Verteidigung Schlesiens war hingegen schwach. Es war nicht möglich, die dortige sehr stark ausgedehnte Front zu verteidigen. Die Armee wurde aus dem schlesischen Gebiet in andere Regionen zurückgezogen, so wie es zuvor in den Verteidigungsplänen festgelegt war. Somit war die Verteidigung Schlesiens symbolisch. Manchmal ging es darum die Deutschen einige Stunden lang aufzuhalten. Die AK-Konspiration („Armia Krajowa“- „Heimatarmee“) war stark verbreitet.
Es begann das Problem, dass Schlesier zur Eintragung in die Volksliste (Einstufungssystem für die deutschen Staatsangehörigkeit in durch das Deutsche Reich besetzten polnischen Gebieten) gezwungen wurden. Anfangs war es noch möglich, sich diesem Prozess zu entziehen. Als Ausweg blieb höchstens die Fluch in das Generalgouvernement. Später war es immer schwieriger. Es kam dazu, dass ohne Zustimmung die sogenannte „II VL“ zugeteilt wurde und die Betroffenen an die Front geschickt wurden. Als General Anders gefragt wurde, woher er zusätzliche Soldaten für seine Armee nehme, antwortete dieser ohne zu zögern – aus der Wehrmacht, Schlesier und Pommern. Und so ist es auch gekommen. Die Soldaten sind hauptsächlich in die Division von General Maczek gekommen, viele waren jedoch auch in der von General Anders. Die Soldaten sind desertiert oder meldeten sich in Gefangenenlagern als Freiwillige für den Kampf um ein freies Polen.

Die Schlesier trafen nicht die polnische Armee, sondern sowjetische Soldaten, die ihnen folgenden Einheiten der NKWD und Soldaten in polnischen Uniformen unter sowjetischer Führung. Es wurde gemordet und geplündert. Die vorrückenden Russen demontierten ganze Fabriken und transportierten sie ab. Das NKWD und das Ministerium für öffentliche Sicherheit (Ministerstwo Bezpieczeństwa
Publicznego (MBP)) haben bereits zwei Wochen nach der Besatzung Schlesiens mit der Einrichtung von Lager begonnen. Dabei war es nicht nötig etwas zu bauen. Hierfür wurden die ehemaligen deutschen Vernichtungslager genutzt. An jedem Bergwerk war ein kleines „Vorlager“. Die größten und bekanntesten sind das KZ Eintrachthütte („świętochłowicka Zgoda”), KZ Fürstengrube in Myslowitz, KZ Neu-Dachs in Jaworzno und KZ/Gefangenenlager Lampsdorf (Lambinowice).

In Ausschwitz haben die sowjetischen Genossen, die neuen Wächter, eine Tanzbude auf dem Dach des Krematoriums eingerichtet. Es war eben und es konnte darauf getanzt werden. In die sowjetisch geführten Lager wurden alle verfrachtet; Deutsche, Polen, AK-Soldaten, Ukrainer aus der Aktion Weichsel. Es sei daran erinnert, dass angesichts des gemeinsamen Feindes NKWD, die AK mit der UPA (Ukrainische Aufständische Armee) einen Nichtaggressionsabkommen einging.

Der Chef der 4. Abteilung des MBP war ein gewisser Marcel Reich-Ranicki. Später wurde er nach London geschickt, um die polnische Exilregierung zu beeinflussen und zur Rückkehr zu überreden. Nach 1956 kam er in die BRD, wo er die berühmte Literatursendung im TV führte, die die deutsche Kulturelite stärkte.

Es war üblich im kommunistischen Lager in Schlesien gefangengenommen zu werden, falls jemandem die Wohnung des Gefangenen gefiel oder der Nachbar sich rächen wollte. Deutsche flohen ohne Aufforderung aus der Region, da sie Rache der Bevölkerung fürchteten.

150 000 Bergleute wurden nach Osten in die Sowjetunion deportiert. In den Bergwerken gab es keine Arbeiter, daher wurden Soldaten für die Arbeit herangezogen, die massenweise bei Unfällen ums Leben kamen. Nur ein geringer Teil konnte daher zurückkehren. Und wer hat noch Zweifel was Polen nach 1945 war?

Die neu installierte Regierung in der russischen Besatzungszone in Polen hat eine neue Ordnung in Schlesien eingeführt. Obwohl in den 40er Jahren der Untergrund noch sehr stark war, am 3. Mai 1946 konnte sogar eine Militärparade des Verbandes „Bartek“ in Wisla stattfinden, lagen bereits in den 50er Jahren das WIN („Ruch Oporu bez Wojny i Dywersji –Wolność i Niezalezność-“ – [in etwa] „Widerstandsbewegung ohne Krieg und Schädigung –Freiheit und Unabhängigkeit-“) und das NSZ („Narodowe Siły Zbrojne“-„Nationale Streitkräfte“) in den letzten Atemzügen und zogen sich in die Wälder zurück. Am 3. Mai 1946 fanden große Kundgebungen in Kattowitz und Königshütte (Chorzów) zur Unterstützung von Mikołajczyk (polnischer Politiker, kommunistische Opposition) statt.

Die Statthalter des Kremls befahlen nicht nur die Familiennamen, sondern auch die Vornamen zu ändern. In den Schulen wurde das Reden in jeglichen Mundarten bestraft. Unterdurchschnittliche aber überzeugte Kommunisten kamen aus dem Generalgouvernement nach Schlesien herbei. Sie hatten weder Kenntnisse über die Geschichte Schlesiens, noch das Wissen, dass Schlesier zur Volksliste gezwungen wurden, im Gegensatz zum Generalgouvernement, wo dieser Akt erst gefordert werden musste. In Schlesien war es mühsam keine Volksliste zu bekommen.

In der Volksrepublik Polen („PRL“ – poln. Staat im Abhängigkeitsverhältnis zur Sowjetunion) wurde keine echte Geschichte unterrichtet und in den letzten 22 Jahren wurde viel dafür getan, dass die polnische Jugend die aktuellere Geschichte ihres Landes nicht kennenlernt. Zurzeit wird in polnischen Schulen das Altertum 3 mal unterrichtet, jedoch fehlt dadurch die Unterrichtszeit für Gegenwartsgeschichte. Derzeit wird genaugenommen der Geschichtsunterricht aus den Schulen entfernt.

In den Bergwerken herrschte Tyrannei. Es gab Fälle von Körperstrafen. Desweiteren wurde Propaganda verbreitet, wie gut man in Schlesien lebt. Im Dezember 1970 gelangten Güterwagons nach Schlesien mit der Aufschrift „Schlesier sind Schwänze und nicht Polen“. Die Kommunisten nutzen die Regel: spalte und regiere.

Zur Verzweiflung der Kommunisten nahm Schlesien im August 1980 an der Streikbewegung teil. Die Hütten in Kattowitz und Jastrzębie stellten den Betrieb ein. Wie Andrzej Gwiazda (Mitbegründer der „Solidarność”) sich erinnert, bemerkte man während Gesprächen im Streikkomitee, dass etwas passiert sein muss, da die Kommunisten nachgaben. Nach einigen Stunden reiste die erste Delegation aus Schlesien an und die Ursache der Veränderung war jedem klar. Die Schlesier glaubten an die „Solidarność”. Sie gewannen ihre Würde zurück, indem sie sich als Besitzer ihrer Hütten und Bergwerke sahen. Für sie war der Ausbruch der Solidarnosc ein Aufstand ohne Blutvergießen. Am 13. Dezember (13.12.1981 – Ausruf des Kriegsrechtes in Polen) beschlossen sie zu kämpfen. Obwohl ganz Polen kapitulierte und es zu keinen Streiks kam, stellte Schlesien die Arbeit ein. Von Anfang an waren alle Hütten und Bergwerke militarisiert. Es floss Blut in Kattowitz im Bergwerk „Wujek“ und in Jastrzebie während der „Juli Demonstration“. Neun Bergleute sind ums Leben gekommen. Hunderte waren verletzt. Andere Bergwerke waren einer Pazifikation ausgewichen. Die Bergleute in „Piasta“ und „Ziemowita“ sind hinuntergefahren. Der Streik dauerte kaum zwei Wochen. Wenn ganz Polen so gekämpft hätte, hätten Jaruzelski die Panzer und Soldaten zur Pazifikation nicht gereicht. Polen wäre schon 1982 frei. Dokumente in den sowjetischen Archiven bestätigen das. Der Kriegszustand in Schlesien wurde als eine ernste Sache angesehen.

Das einzige Mitglied der Verwaltung NSZZ „S“ der Region Schlesien-Dąbrowski, das sich in der Aktion „Jodła” nicht fangen gelassen hat, ist die hier schreibende Autorin Jadwiga Chmielowska. Sie ging am 13. Dezember 1981 in den Untergrund. Schon im Februar/März entstand die regionale Koordinationskomission der Region Schlesien- Dąbrowski. Die Schlesier waren radikal. Schon im September 1982 entstand die „Kämpfende Solidarność“ („Solidarność Walcząca”- antikommunistische, unabhängige Untergrundorganisation). Die polnische Legion, die von Funktionären der KPN abstammt, sprengte Denkmäler der Roten Armee in die Luft.

Einer der Anführer der Organisation war Bruno Ponikiewski- Ein Schlesier aus Rozbarka (Ortsteil Bytoms). In Schlesien versteckten sich ab dem 13. Dezember 1982 drei Personen. Der Haftbefehl für Jadwiga Chmielowska wurde am 1.8.1990 aufgehoben. So wie in der Zeit Wawelbergs und der Phase der Vorbereitung der schlesischen Aufstände, haben auch die gegenwärtigen Schlesier bestätigt, dass sie sich mit der Konspiration auskennen und dass es innerhalb der alten schlesischen Stämme keinen Denunzianten gibt. Es konnte immer auf Personen östlich des Bugs und auf Schlesier gezählt werden. Beide haben auf der eigenen Haut zu spüren bekommen, was Sowjets sind. Die meisten Untergrundzeitschriften sind in Schlesien herausgekommen.

Im Jahr 1988 kamen die Bergwerke in Jastrzębie erneut zum Stillstand. Walesa, der die Streiks auszulöschen versuchte, wollte man auf einer Schubkarre herausfahren. Weiterhin wurde vor dem „runden Tisch“ (Gespräche während der Übergangsphase vom sozialistischen Staat PRL in die III Republik Polen) gewarnt. Die größten Kundgebungen Polens wurden in schlesischen Städten abgehalten. Leider haben keine Entschlussfreudigen gewonnen. Seit 22 Jahren ist Polen dabei sich zu beseitigen. Die Wirtschaft wurde zerstört. Die Bergwerke in Schlesien hat der aus Cieszyn stammende Premier Jerzy Buzek schließen lassen. Nichtskönner regieren das Land, gemäß dem Leitspruch – kennt man nicht – so lernt man es kennen. Durchschnittliche Jasager sind in allen Parteien. Das gefällt den Leuten in Schlesien nicht. Den Schlesiern missfällt auch das Schmähen der Religion, der Kampf gegen die Kreuzsymbolik, das Zerschlagen der Familie, Korruption und Diebstahl. Ebenso das Wegnehmen von Geldern aus den nationalen Gesundheitsreserven. Die niedrige Wahlbeteiligung deutet darauf hin, dass die Leute keinen Vertreter finden, den sie wählen würden. Sie fürchten auch eine solide Person mit einem niedrigen Listenplatz (geringere Wahrscheinlichkeit für den Einzug ins Parlament) zu wählen, da sie damit einem RAŚ-isten („Bewegung für die Autonomie Schlesiens“-„Ruch Autonomii Śląska“ neugegründete Partei mit Autonomiebestrebungen für Oberschlesien) helfen ins Parlament einzuziehen. Solide Leute halten sich von der Politik entfernt oder werden aus dieser eliminiert, da sie für die Durchschnittspolitiker eine Bedrohung darstellen.

Die Öffentlichkeit beginnt von Personen mit verfälschten Lebensläufen vereinnahmt zu werden. Schlesier fühlen erneut, dass sie eigentlich nichts dürfen, dass es in Wahrheit ungewiss ist, wer in Polen die Entscheidungen trifft.

Die Partei RAŚ trifft auf fruchtbaren Boden. Obwohl die Organisation 1990 gegründet wurde, ist sie niemandem in Polen aufgefallen. Es wurde geduldet, dass sie an Kraft gewinnt und Vertretungen in jeder Stadt besitzt. Niemand wollte die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass Kazimierz Świtoń mit Hilfe von RAŚ schon 1991 ein Abgeordneter im Parlament war. Nun hat RAŚ seine Kandidaten auf vielen Wahllisten plazieren können. Davon sind einige ins Parlament eingezogen. Der 1989 entstandene Verein Oberschlesien („Związek Górnośląski“) , der die Kultur und die Tradition pflegen sollte, ist weit von seinen ursprünglichen Zielen abgewichen. Es existieren jedoch Kreise, die die Forderungen der Autonomisten nicht teilen. Der Verein der Bevölkerung schlesischer Nationalität (ZLNS „Związek Ludności Narodowości Śląskiej“) wurde 1996 von Gorzelik gegründet. Im Jahr 2008 hat ZLNS die russische Intervention in Georgien unterstützt. Seit vielen Jahren dauern die Versuche an die schlesische Sprache rechtlich zu kodifizieren. Denn damit eine Nationalität entstehen kann, muss zunächst eine Sprache existieren. Darauf weisen sowohl Prof. Simonides als auch Maria Pańczyk, Journalistin, Senator und Unterstützerin schlesischer Kultur, hin. Die eigens geschaffene Organisation „Pro Loquela Silesiana“, Verein zur Kultivierung und Verbreitung der Schlesischen Sprache, deren Ehrenmitglieder Kazimierz Kutz und Maria Nowak (eine Abgeordnete der PiS) sind, sponsert Bücher zur Einführung in die schlesische Sprache. Seit Herbst 2011 ist die RAŚ an der Regierung der Wojewodschaft beteiligt. Der Vorsitzende der RAŚ, Gorzelik, ist in der Wojewodschaft Schlesien für die Kultur und Erziehung verantwortlich. Die RAŚ verkündet folgende Gedanken und Ideologien – Schaut was im polnischen Staat passiert. Lösen wir uns los, wir werden alleine regieren, so wie wir es wollen! Vor dem Krieg gab es eine Autonomie und es war gut. Ich will mich nicht mit all dem Chaos identifizieren, das in der III Republik Polen herrscht und das das Erbe der PRL ist- die RAŚ sagt sogar ganz direkt – ich bin Schlesier, kein Pole. Mehr habe ich Polen nicht versprochen-.

Bestimmt sind nicht alle Mitglieder der RAŚ Heuchler. Nicht alle wissen, dass die Partei mit der deutschen Organisation „Initiative für die Autonomie Schlesiens“ („Inicjatywą na rzecz Autonomii Śląska”, registriert in Bayern) zusammenarbeitet und die Unterstützung von Rudi Pawelka (Bund der Vertriebenen, CDU-Politiker) hat. Nicht Polen zerstört Schlesien, ganz Polen driftet seit 22 Jahren ins Nichts. Die Arbeitslosigkeit in Schlesien ist besonders dramatisch, denn ausgerechnet hier war der Respekt für die Arbeit so hoch wie nirgendwo sonst. Wie sollen junge Menschen Familien gründen? Wie soll die wunderbare Tradition der Vorfahren fortgeführt werden? Weitere Politiker wie Gorzelik wollen auf den Rücken von Schlesiern aufsteigen. Die Ahnen der schlesischen Aufständischen drehen sich im Grab um.

Die Zeit der russisch-deutschen Dominanz in Polen geht aber eines Tages zu Ende. Hoffentlich kommt es nach den neuen Wahlen in Vereinigten Staaten zu einer Wende in der Aussenpolitik. Die Schwäche Polens und seine tragische geopolitische Lage, wird jetzt noch deutlicher ausgenutzt, nachdem der polnische President und die meisten Oberbefehlshaber der polnischen Armee in Smolensk getötet wurden. Wir hoffen aber, dass auch  Millionen von gutwilligen deutschen Bürgern werden eines Tages, die aggresive Politik eigener Regierung kennenlernen, und ablehnen. Polen und Deutschland sollten in Europa zusammenhalten. Unsere westlichen Nachbarn haben aus der Vergangenheit nichts gelernt. Der Drang nach Osten und Alianz mit der Sowjetunion in 1939, hat Deutschland zu einer Katastrophe geführt. Warum wiederholt sich diese Geschichte  zum zweiten Mal? Warum wird von der deutschen Regierung in Russland eine mörderische Diktatur unterstützt? Es geht bestimmt nicht nur ums Geld, das die deutschen Konzerne mit ihren Investitionen im Osten verdienen. Warum hat Deutschland ihre Stasi Agenten aus der Politik entfernt und gleichzeitig polnische Politiker, die aus alten kommunistischen Machenschaften stammen oder ihre Agenten waren so gerne unterstützt? Das ist ganz klar, weil sie gelernt haben, anderen Herren zu dienen und es ist ziemlich einfach, die für fremde Interessen zu gewinnen.

Der Text wurde von MS übersetzt

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