Kurs der polnischen Geschichte für deutsche Journalisten und Politiker Teil 1.

Am 28. Januar 1573 versammeln sich die Abgeordneten von polnisch-litauischen Parlament, um das Gesetzt der religiösen Toleranz zu verabschieden. Die Konföderation von Warschau auch als Warschauer Religionsfriede genannt, war ein politischer Rechtsakt, der bis heute noch in der europäischen Historiographie als ein „Meilenstein der Glaubensfreiheit“ gilt. In diesem Vertrag wurden den Protestanten, Griechisch-Katholiken und Armeniern durch die Republik und den König alle Rechte der Katholiken zugestanden. Unter anderem gab es damals aus diesem Grund keine Religionskriege in Polen.

Das polnische Parlament im Anfang des 17. Jahrhunderts

Das polnische Parlament am Anfang des 17. Jahrhunderts

Die Abgeordneten kommen zu dieser Entscheidung nicht nur aus diesem Grund, weil sie so tolerant sind, aber auch um die sogenannte goldene Freiheit des Adels zu schützen. Wenn der König oder die Kirche eines Tages, auf die Idee kommen einer Gruppe der Bürger ihre Rechte einzuschränken, sind wir am nächsten Tag dran.

Im „katholischen“ Polen waren damals viele Vertreter des Adels, gleichzeitig bekannte Dichter und Wissenschaftler evangelisch. In ganz Europa werden Andersgläubige zu dieser Zeit verfolgt und gleichzeitig Hunderttausende von Ihnen, unter anderem auch viele Juden, finden im polnisch-litauischen Staat ihr neues Zuhause. Das heißt nicht, dass wir keine Religionskonflikte hatten. Die gab’s auch, aber keine Religionskriege. Der bis heute noch weltweit bekannte Krakauer Rabbiner Moses Isserles , der im 16. Jahrhundert lebte, bezeichnet Polen als: „Paradis Judaeorum“.

Zu dieser Zeit regiert in Russland Iwan der Schreckliche. In seinem Land wurden massenweise politische Gegner ermordet und ganze Städte brutal bestraft.
Viele Jahre später schon im 17 Jahrhundert, nach der Reform in der russisch-orthodoxen Kirche, werden die sogenannten Altgläubigen verfolgt. Die fliehen nach Polen. Russen erlauben sich aber die aus unserem Land zu entführen und zu töten.

Nach Iwan’s Zeit, wird Russland so schwach, dass letztendlich damals polnische Politiker entscheiden, wer auf dem Moskauer Thron regieren sollte. Die russische Hauptstadt wird von der polnisch-litauischen Armee in den Jahren 1610-1612 besetzt. Russen sind bereit eine Union mit Polen zu unterschreiben. Die haben schon die Nase voll, von der strengen Hand der russischen Zaren und von dem überall herrschenden Chaos.

Der von Polen in der Schlacht bei Kłuszyn gefangen genommene russische Zar, musste von dem polnischen König in Warschau im Jahre 1611 niederknien und seine Oberhoheit anerkennen.

Russische Huldigung in Warschau. Bild von Jan Matejko.

Russische Huldigung in Warschau. Bild von Jan Matejko.

Im 16 und 17. Jahrhundert hatte Polen eine Einheit gehabt bei der Armee, die 125 Jahre lang, keine einzige Schlacht verloren hat. 7 Tausend von Ihnen waren fähig in 1610 – 35 000 Tausend Russen zu schlagen. Man nannte sie – Polnischen Husaren.

Nach der Union zwischen Polen und Litauen gehörte auch polnisch zu der Sprache der kulturellen und intellektuellen Eliten auf dem Gebiet der ganzen Adelsrepublik, deren Oberfläche 1 Million Quadratkilometer umfasste. Polnisch wurde auch zu der Sprache der Diplomatie.

Adelsrepublik - Vergleich mit heutigen Grenzen.

Adelsrepublik – Vergleich mit heutigen Grenzen.

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Journalist, Reiseleiter, Krakauer und Warschauer Stadtführer

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